Überblick 8 Min. Aktualisiert 1. September 2026

Mental-Health-Apps DSGVO-konform: Worauf du achten musst und welche Optionen es gibt

Redaktion: Leutrim Miftaraj · MSc in Innovation Management

Eine Mental-Health-App ist DSGVO- und revDSG-konform, wenn sie Daten in der EU oder Schweiz speichert, keine Gesundheitsdaten an Werbenetzwerke weitergibt, Export und Löschung ermöglicht, eine verständliche Datenschutzerklärung hat und nur erhebt, was sie braucht. Mindoro erfüllt diese Punkte: EU-Server, keine Werbung, kein Tracking, Export und Löschung jederzeit. Bei jeder App gilt: Erklärung lesen, nicht Versprechen glauben.

Bei kaum einer App-Kategorie ist Datenschutz so wichtig wie bei Mental Health: Was du einträgst, ist Gesundheitsdatum im Sinne der DSGVO und besonders schützenswert nach revDSG. Dieser Überblick gibt dir eine Checkliste und ordnet ein, wo Mindoro und andere Ansätze stehen.

KriteriumMindoroDSGVO-konforme Mental-Health-Apps
ServerstandortEU (Frankfurt)Häufig USA; prüfen
Werbung und TrackingKeine Werbung, kein Werbe-TrackingBei kostenlosen Apps oft vorhanden
DatenexportJSON und CSV jederzeitNicht immer vorhanden
LöschungVollständige Kontolöschung mit automatischer AusführungOft nur auf Anfrage
DatensparsamkeitNur Check-in, Gewohnheiten, Reflexion; keine Standort- oder KontaktdatenSehr unterschiedlich
RechtsrahmenrevDSG (CH) und DSGVO (EU) berücksichtigtMeist nur DSGVO oder nur US-Recht

Apps mit rein lokaler Speicherung

Stärke: Daten verlassen das Gerät nicht — datenschutzrechtlich die einfachste Lösung.

Zu bedenken: Keine Synchronisation, Sicherung liegt bei dir, Geräteverlust bedeutet Datenverlust.

Grosse internationale Anbieter

Stärke: Ausgereifte Produkte, viele Funktionen, oft klinisch begleitet.

Zu bedenken: Serverstandort häufig USA; Datenübermittlung in Drittländer muss abgesichert sein. Datenschutzerklärung genau lesen.

Kostenlose werbefinanzierte Apps

Stärke: Ohne Kosten sofort nutzbar.

Zu bedenken: Werbenetzwerke und Gesundheitsdaten passen nicht zusammen. Hier ist besondere Vorsicht angebracht.

Mindoro

Stärke: EU-Server, keine Werbung, kein Werbe-Tracking, Export und Löschung jederzeit, nach revDSG und DSGVO gestaltet, deutschsprachig.

Zu bedenken: Mindoro ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine Therapie. Wer klinische Begleitung braucht, sollte das mit einer Fachperson klären.

Warum diese Daten besonders sind

Stimmung, Energie, Gedanken und Gewohnheiten sind keine gewöhnlichen Nutzungsdaten. Sie fallen unter die besonderen Kategorien der DSGVO und unter die besonders schützenswerten Personendaten des Schweizer revDSG. Das hat Folgen: Sie dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung verarbeitet werden, müssen besonders gesichert werden, und ihre Weitergabe — etwa an Werbenetzwerke — ist ein ernstes Problem.

Viele Nutzer wissen das nicht und tragen in kostenlose Apps ein, was sie keinem Arbeitgeber und keiner Versicherung sagen würden.

Die Checkliste

Erstens: Wo liegen die Daten? EU oder Schweiz ist der einfache Fall. USA oder unbekannt bedeutet, dass der Anbieter besondere Garantien für die Übermittlung braucht — und dass du prüfen solltest, ob sie existieren.

Zweitens: Gibt es Werbung oder Werbe-Tracking? Wenn ja, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Daten an Dritte fliessen. Bei Gesundheitsdaten ist das ein Ausschlusskriterium.

Drittens: Kannst du exportieren? Deine Daten gehören dir. Eine App, die keinen Export anbietet, hält dich fest.

Viertens: Kannst du löschen — vollständig, nicht nur das Konto deaktivieren? Und wird die Löschung tatsächlich ausgeführt, nicht nur zugesagt?

Fünftens: Was wird erhoben? Eine Mental-Health-App braucht keinen Standort, keine Kontakte und keine Werbe-ID. Wer mehr verlangt, als er braucht, verstösst gegen den Grundsatz der Datensparsamkeit.

Sechstens: Ist die Datenschutzerklärung verständlich? Wenn du nach zehn Minuten nicht weisst, was mit deinen Daten passiert, ist das selbst ein Befund.

Wie Mindoro aufgestellt ist

Mindoro speichert auf EU-Servern in Frankfurt. Es gibt keine Werbung und kein Werbe-Tracking, auch im kostenlosen Plan nicht. Der Cookie-Banner wurde entfernt, weil es keine Cookies gibt, die einen bräuchten — nur die technisch notwendigen für die Anmeldung. Du kannst deine Daten jederzeit als JSON oder CSV exportieren und dein Konto vollständig löschen; die Löschung wird automatisch ausgeführt, nicht nur vorgemerkt.

Erhoben wird nur, was die Funktion braucht: Check-ins, Gewohnheiten, Reflexionen, E-Mail für die Anmeldung. Keine Standortdaten, keine Kontakte.

Was Mindoro nicht ist

Der Fairness halber: Mindoro ist kein Medizinprodukt und keine Therapie-App. Es hilft, Muster im Alltag zu erkennen — Stimmung, Energie, Gewohnheiten. Wer klinische Begleitung braucht, sollte das mit einer Fachperson klären. Datenschutz ersetzt keine Behandlung.

Die Empfehlung

Lies die Datenschutzerklärung, bevor du den ersten Eintrag machst. Prüfe Serverstandort, Werbung, Export, Löschung, Datensparsamkeit. Wenn eine App eine dieser Fragen nicht klar beantwortet, ist das die Antwort.

Welche Wahl passt zu dir?

Mindoro passt, wenn …

  • EU-Server, keine Werbung und kein Tracking sind dir wichtig, aber du willst Synchronisation.
  • Du willst Export und Löschung ohne Nachfragen.
  • Du suchst eine deutschsprachige App, die revDSG und DSGVO beide berücksichtigt.

DSGVO-konforme Mental-Health-Apps passt, wenn …

  • Du willst Daten ausschliesslich lokal auf dem Gerät und verzichtest dafür auf Synchronisation.
  • Du brauchst eine klinisch begleitete Anwendung im Rahmen einer Therapie.
  • Du bevorzugst einen Anbieter mit Sitz in deinem eigenen Land und lokalem Support.

Häufige Fragen

Sind Stimmungsdaten wirklich Gesundheitsdaten?

Ja. Angaben zu Stimmung, psychischem Befinden und Gewohnheiten mit Gesundheitsbezug gelten als Gesundheitsdaten im Sinne der DSGVO und als besonders schützenswerte Personendaten nach revDSG. Sie unterliegen strengeren Regeln als gewöhnliche Nutzungsdaten.

Reicht es, wenn eine App «DSGVO-konform» schreibt?

Nein. Das ist eine Behauptung, keine Prüfung. Entscheidend ist, was die Datenschutzerklärung konkret sagt: Serverstandort, Weitergabe an Dritte, Export, Löschung. Diese Punkte lassen sich in wenigen Minuten nachlesen.

Warum ist Werbung in Mental-Health-Apps problematisch?

Weil Werbenetzwerke mit Nutzerdaten arbeiten und die Grenze zwischen Nutzungs- und Gesundheitsdaten in solchen Apps schwer zu ziehen ist. Selbst wenn keine Einträge direkt weitergegeben werden, entstehen Profile. Bei sensiblen Daten ist Werbefreiheit der sicherere Weg.

Wie lösche ich mein Mindoro-Konto?

In den Einstellungen mit einem Klick. Die Löschung wird nach einer kurzen Frist automatisch ausgeführt und entfernt alle Daten vollständig. Vorher kannst du alles exportieren.

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